Stresstest für die Demokratie – Kommentar von Prof. James D. Bindenagel in der Süddeutschen Zeitung

cisgbonn Transatlantische Beziehungen

Donald Trump hat sich mit einer Wutkampagne die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten gesichert. Er fachte den Ärger über die sinkenden Einkommen der Mittelschichten an, er nährte den Verdruss über den Identitätsverlust vieler Amerikaner und ihre Wut auf das Establishment. Trump schürte die Angst vor Immigranten und Muslimen, beleidigte das Militär, Menschen mit Behinderung, Frauen und andere. Er war schamlos populistisch und förderte so die tiefe Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung zutage, die getragen ist von zwei unvollendeten und teuren Kriegen sowie der Weltwirtschaftskrise mit ihrem schleppenden Wachstum. Zudem zählte Trump auf die Angst weißer Amerikaner, Einwanderer könnten sie ihrer Identität berauben. Sein Wahlkampf ist wie ein Stresstest für die amerikanische Demokratie mit ihrem Bekenntnis zur Menschenwürde. Trump hat gewonnen. Jetzt muss er regieren.

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