Festvortrag zum Tag der Deutschen Einheit im Zentrum Luftoperationen der Bundeswehr

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KALKAR. Die Luftwaffe in Kalkar zusammen mit der Deutsch Atlantischen Gesellschaft hatte zum alljährlichen Festvortrag anlässlich des Tages der Deutschen Einheit geladen und fast 200 Gäste aus Politik, Behörden, Militär und Verbänden folgten dieser Einladung, um den Ausführungen eines der führenden Experten für transatlantische Beziehungen, Herrn Professor James Bindenagel, zu lauschen.

In seiner Begrüßung unterstrich der Kommandeur des Zentrum Luftoperationen, Generalleutnant Joachim Wundrak, den Mut der DDR-Bürger ohne Rücksicht auf persönliche Gefährdung für ein Ende der Unterdrückung und eine selbstbestimmte, freiheitliche Zukunft auf die Straße zu gehen.

Prof. Bindenagel ging nach Schilderung seiner sehr persönlichen Erlebnisse als amerikanischer Botschafter in Berlin im Jahr 1989 insbesondere auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen für die deutsche Politik ein. Er hob die durch Deutschland stets vertretene „Führung in Partnerschaft“ auf Basis einer tief verwurzelten historisch – moralischen Verantwortung hervor, sparte jedoch auch nicht mit dem Hinweis, dass Deutschland auch für eine primär diplomatisch-geprägte Macht in Europa über aus seiner Sicht zu geringe militärische Fähigkeiten verfüge.

Hier sah Bindenagel die Chance, in Kooperation mit Frankreich den NATO – Forderungen nachzukommen und zukünftig mehr Verantwortung zu übernehmen, wie es der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck zum Beispiel im Zuge der Münchener Sicherheitskonferenz des Jahres 2016 gefordert hatte.

Bindenagel sah für Deutschland die Zeit als gekommen an, um im Rahmen dieser Verantwortungsübernahme das Machtvakuum zu füllen, dass der politische Rückzug der USA aus Europa hinterlassen habe.

In seinen abschließenden Worten dankte Wundrak nochmals den Vereinigten Staaten, denn für den damaligen US-Präsidenten George H. Bush war die deutsche Wiedervereinigung – trotz teilweise heftiger Gegenstimmen innerhalb Europas – stets unverzichtbar. „Ohne die USA gäbe es keine deutsche Wiedervereinigung“.