Bericht: „Cyber Security in the 21st century – Is there a balance between security, privacy and surveillance?“

cisgbonn Allgemein

Das Podium – Wolfgang Kopf – © DW:M. Müller

Bei der von Deutsche Welle Journalist Zulfikar Abbany moderierten Diskussionsveranstaltung „Cyber Security in the 21st century – Is there a balance between security, privacy and surveillance?“auf dem Global Media Forum der Deutschen Welle debattierten der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, Ulrich Kelber, Wolfgang Kopf, Leiter des Zentralbereichs Politik und Regulierung der Deutschen Telekom AG, Prof. Dr. Matthew Smith, Institut für Computerwissenschaften an der Universität Bonn und Stefan Heumann, PhD, Mitglied der Geschäftsführung bei der stiftung | neue verantwortung über Sicherheit im Cyberraum.

Kontrovers thematisiert wurde vor allem, wie Internetunternehmen mit den Daten ihrer Nutzer umgehen.

Stefan Heumann - © DW:M. Müller

Stefan Heumann, Ph.D. – © DW:M. Müller

Zu Beginn machte Stefan Heumann auf einen folgenreichen und von den Internetnutzer oftmals unterschätzten Aspekt aufmerksam, der weitreichende Folgen für die Sicherheit im Web haben kann: „Die meisten elektronischen Applikationen sind umsonst, weil die Daten der User für die Unternehmen so interessant sind.“ Dieser Argumentation schloss sich Professor Matthew Smith und ergänzte, der User könnte mehr eigene Sicherheit dadurch erreichen, in naher Zukunft für werbefreie Dienste wie beispielsweise E-Mailkonten eine Gebühr zu bezahlen. Auf der einen Seite wären Unternehmen dadurch nicht mehr auf finanzielle Erlöse aus der Speicherung und Weitergabe von Daten angewiesen. Auf der anderen Seite seien die Daten der Nutzer so besser vor extra für sie angepasster Werbung geschützt.

Ulrich Kelber - © DW:M. Müller

PSt Ulrich Kelber – © DW:M. Müller

In Bezug auf den Datenschutz fügte PSt Ulrich Kelber hinzu, wie wichtig eine rechtliche Basis sei, da Unternehmen sonst immer argumentieren würden, Daten zur Verbesserung ihrer Dienste zum Wohle der Benutzer zu sammeln. Der Datenschutz spiele in Deutschland eine wichtige Rolle und sei verhältnismäßig weit entwickelt. Diesem Argument stimmte Wolfgang Kopf zu und ergänzte, vor allem auf der anderen Seite des Atlantiks, also in den USA, sei die Regulierung des Cyberraums im Gegensatz zu Deutschland wenig ausgereift.

Prof. Dr. Matthew Smith - © DW:M. Müller

Prof. Dr. Matthew Smith – © DW:M. Müller

Während der Diskussion thematisiert wurden außerdem die Möglichkeiten der Verschlüsselung für die Internetnutzer. Überraschend entpuppte sich bei der von Moderator Zulfikar Abbany im Publikum gestarteten Umfrage die Sicherheitssoftware „Tor“ als beliebte bei nahezu allen Zuhörern. Matthew Smith argumentierte, dass Regierungen heutzutage kaum noch ausmachen können, von wem und aus welchem Land sie bei Cyberattacken angegriffen werden. Dem stimmte Wolfgang Kopf zu: „Wenn wir etwas über die Cyberattacken lernen wollen, müssen wir als erstes wissen, was eigentlich die Gefahr ist.“

Zulfikar Abbany - © DW:M. Müller

Zulfikar Abbany – © DW:M. Müller

(Bitte beachten Sie, dass die Veranstaltung in englischer Sprache stattgefunden hat und es sich bei den Zitaten daher um Übersetzungen handelt.)

Die Veranstaltung fand als Teil einer Veranstaltungsreihe im Rahmen des neuen Sammelbandes „Internationale Sicherheit im 21. Jahrhundert – Deutschlands internationale Verantwortung“ statt. Das CISG wird weitere Veranstaltungen zu Themen des Sammelbandes im laufenden Jahr durchführen, unter anderem zur Syrienkrise, der Zukunft der Nato sowie zum Konflikt im südchinesischen Meer.